Der Partnerschaftsverein Eppertshausen-Codigoro feiert vor der Bürgerhalle mit Essen und Musik das italienische Lebensgefühl.
Beim italienischen Abend des Partnerschaftsvereins Eppertshausen-Codigoro ist Live-Musik mit Schmusestücken vom Stiefel kaum wegzudenken und seit Jahren eingespielt. Dementsprechend groß war der Schock, als der verpflichtete Sänger nun kurzfristig wegen Krankheit absagen musste. Über eine Agentur in Aschaffenburg wurde im letzten Moment doch noch Ersatz mit Massimiliano D‘Antonio gefunden. Der italienische Gesangs- und Klavierlehrer, der sowohl im Pop- und Musicalbereich auftritt und sogar ein gefeierter Tenorsänger mit Fernseherfahrung ist, fuhr morgens um 11 Uhr aus Tübingen los. „Er war deutlich teurer als unsere eigentliche Wahl, zudem hat sein Kommen durch den weiten Weg noch ‘ne Übernachtung in einem Hotel in Eppertshausen bedingt. Aber das war’s uns wert”, berichtet Vorsitzender Ewald Gillner.
Fisch, Fleisch und Antipasti
Beim Essen bot der Verein vor der Bürgerhalle eine ansprechende Auswahl: Dazu gehörten „Fritto Misto” in Form von frittierten Krabben, Muscheln und Sardinen, zudem Vitello Tonnato. Für Pasta-Freunde warteten Fusilli, dazu rundete ein Antipasti-Teller das Angebot ab. Hier konnten die Gastgeber, genauso wie bei den Meeresfrüchten, mit „Frisch aus Italien!” werben. Wieder reisten Vittorio Bellagamba und Giordano Perretti extra für das Fest aus der Partnergemeinde an und füllten das Auto randvoll mit Leckereien.
Derzeit zählt der Verein rund 90 Mitglieder, eine Zahl, die relativ stabil ist. Sorgen macht nur die Krebserkrankung von Sauro Menegatti, dem Vorsitzenden des Partnerschaftskomitees in Codigoro. „Er ist ein Macher, zudem sind die Vereine und Organisationen in Italien sehr hierarchisch gegliedert und deshalb vieles auf ihn zugeschnitten. Das wäre ein herber Verlust für uns, wenn er nicht weitermachen kann”, sagt Gillner.
Im September geht es nach Italien
Im September geht es für die Eppertshäuser Italien-Freunde wieder über den Brenner. Dieses Jahr war es deutlich einfacher, den Bus vollzukriegen: Durch die Teilnahme des Gesangvereins Germania ist der nahezu ausgebucht. Parallel klappt ein wichtiges Bestreben Gillners, die Beziehung in die Region Emilia Romagna auf eine breite Basis von unten zu stellen. „Viele Partnerschaften in Deutschland leben oft nur vom Austausch der Offiziellen, anstatt von der Bevölkerung oder den Vereinen getragen zu werden”, sagt er.
Zum italienischen Abend an der Bürgerhalle kam auch Werner Seidel. Der 80-jährige Darmstädter mit Eppertshäuser Lebensgefährtin arbeitete über 30 Jahre für eine Firma in Urberach. Deren Anlagen für die Nahrungs- und Süßwarenindustrie führten ihn beruflich und privat immer wieder nach Italien. „Das ist unser absolutes Lieblingsland”, sagen die beiden. Und trotzdem geht es 2025 nicht nach Italien, sondern nach Cornwall und Mallorca. Die Erklärung: „Abwechslung muss sein.”
Bericht aus der Offenbach Post vom 10.07.2025 von Michael Just



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